Vertrauen als Basis alles Guten und allen Übels…

Wir haben Mindanao gestern verlassen. Der Abschied ist mir schwer gefallen, weil ich es trotz der schwierigen und herausfordernden Geschichten, so viele nette und mutige Menschen treffen durfte. Und weil ich lernen durfte, dass die Ursache der Konflikte nicht die Religion ist (wie es von der offiziellen Politik gern behauptet wird), sondern der Kampf um den Zugang zu Land, Bildung, Ressourcen etc. und für Eigenständigkeit ist. Und es gibt unzählig viele Ansichten, wie eine gerechte Verteilung der Zugänge und Güter denn aussehen könnte. Das macht die Sache so unübersichtlich, schwierig, aber auch spannend. Ich hätte gut Lust, noch mehr davon zu erfahren und zu begreifen versuchen. Ein Aspekt, der in jeder gesellschaftspolitischen Theorie und zivilgesellschaftlichen Debatte eine gewichtige Rolle spielt, ist Vertrauen als Ressource von Gesellschaften. Auch in den Philippinen ist Vertauen die Grundlage fast allen Interagierens. Sei es das Vertrauen darauf, dass der Fahrgast den richtigen Fahrpreis im Jeepney zahlt, sei es, dass der/die Politiker/in seine/ihre Wahlversprechen hält, sei es die Zusage von Unternehmen, diese oder jene soziale Leistung durchzuführen, sei es, dass mich die Familie mich untertsützt, wenn ich Hilfe brauche, oder sei es das Versprechen der Bekannten, sie werde für die Tochter oder den Sohn schon eine gute Arbeit in der Stadt besorgen, all diese beruht darauf, dass Menschen einander zuerst einmal vertrauen. Und so oft und vielfach dieses Vertrauenssystem funktioniert, so schwerwiegend ist es, dass es zu oft für den eigenen Vorteil missbraucht und so die Gemeinschaft geschwächt wird und die staatliche Autorität fehlt, diesen Missbrauch konsequent zu verurteilen. [Anja]

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3 Antworten zu Vertrauen als Basis alles Guten und allen Übels…

  1. Brigitte Lettinger schreibt:

    liebe Anja, klingt spannend deine Reise !!! Wahnsinn, was es in so ner fremden Kultur alles zu erleben, zu entdecken gibt …

    gaaanz liebe Grüße Brigitte

  2. Margit Hauft schreibt:

    Liebe Anja,
    es ist wirklich ein Genuss, wie du uns alle eure Reise miterleben lässt! Danke für die so lebendig geschilderten Eindrücke, noch gute Tage in der Ferne und ein gesundes Heimkommen!
    Ganz liebe Grüße
    Margit

  3. Johanna Bürger schreibt:

    Aufmerksam habe ich Anjas Reisebericht gelesen – “Vertrauen” die Grundessenz für ein gelingendes Zusammenleben? Hinter diesem Vertrauen ist Aufrichtigkeit/Ehrlichkeit – die Paralelle zu unserer mitteleuropäischen Gesellschaft: wieviel ist davon ist in uns vorhanden – es bedarf einer notwendigen Achtsamkeit und Aufmerksamkeit, das uns diese tugenden nicht abhanden kommen – ersetzt von Korruption, Betrug und Demütigung! Danke Johanna

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